Birkenfeld

Birkenfeld ist ein Ortsteil des unterfränkischen Marktes Maroldsweisach im Landkreis Haßberge

Geographie
Der ehemalige Markt liegt im nordöstlichen Teil des Landkreises Haßberge an dem Ermetzbach, einem 7,8 linken Zufluss der Baunach. Durch Birkenfeld führt die Staatsstraße 2284, die von Hofheim in Unterfranken über die Eichelsdorfer Steige nach Ermershausen führt und dort in die Bundesstraße 279 einmündet.

Geschichte

Fränkische Siedler gründeten den Ort in einem Grenzgebiet der Franken, Thüringer und Wenden. Der Ortsname deutet auf einen ehemals mit Birken bewachsenen Ackerflur hin. Die erste urkundliche Erwähnung als „Pirchinafeldono“ stammt aus dem Jahr 814, als ein gewisser Reginold seine Besitzungen in Birkenfeld dem Kloster Fulda schenkte. 860 wurde Graf Erpho, später die Herren von Wildburg als Besitzer des hennebergischen Lehens Birkenfeld genannt. Im 15. Jahrhundert wurden die Zollner von Rottenstein die Dorfherren.

Im Jahr 1492 erwarb Johann Conrad von Hutten, Amtmann zu Arnstein und Schmalkalden, das Rittergut Birkenfeld mit den Höfen zu Ueschersdorf und Obersulzbach, das bis 1678 nachweisbar ist. Im Jahr 1625 gehörte den Herren von Hutten zusätzlich der Zent in Blitzenhauk und Winhausen. Im Dreißigjährigen Krieg bewahrte Veit Ludwig von Hutten das Dorf und Schloss durch Schutzbriefe vor der Zerstörung. 1783 erlosch mit Johann Philipp Friedrich von Hutten die Erbfolge im Mannesstamm. Die Schwester Juliane Charlotte Voit von Salzburg erbte das freie Eigentum und vermachte es ihrer erstgeborenen Tochter Frederike Sophie Wihelmine von Fitzgerald. Von dieser fielen die Güter in Birkenfeld an die älteste Tochter Friederike Juliane Marianne, die mit dem württembergischen Staatsminister Karl Ludwig Georg von Wöllwarth-Lauterburg verheiratet war. Die Tochter Julie von Woellwarth-Lauternburg heiratete 1841 Franz Carl Rudolf von Ortenburg. Seit dieser Zeit sind die herrschaftlichen Liegenschaften in Birkenfeld, Ermershausen und Dippach im Besitz des Hauses Ortenburg.

1862 wurde Birkenfeld in das neu geschaffene bayerische Bezirksamt Königshofen eingegliedert. Die Landgemeinde bestand aus der Markt Birkenfeld und den Einöden Brettermühle, Neumühle, Winhausen und Ziegelhütte. 1871 zählte der Hauptort 271 Einwohner und 132 Wohngebäude. Zielhütte wurde 1895 eingelegt. Im Jahr 1900 wurde die Landgemeinde dem neu gegründeten Bezirksamt Hofheim zugeordnet. Die 823 Hektar große Landgemeinde zählte 260 Einwohner, von denen 252 katholisch waren, und 51 Wohngebäude. Der Markt hatte 241 Einwohner und 48 Wohngebäude. Die evangelische Pfarrei war mit Ermershausen vereinigt. Die Katholiken gehörten zum Sprengel der katholischen Pfarrei im 8 Kilometer entfernten Bundorf. 1925 zählte der Ort 210 Personen in 50 Wohngebäuden. Die Brettermühle wurde 1926 abgebrochen.

1950 bestanden in dem Dorf 48 Wohngebäude mit 289 Einwohnern. 1961 hatte die Gemeinde mit ihren drei Orten, dem Markt und den beiden Einöden Neumühle und Winhausen, insgesamt 222 Einwohner. Im Jahr 1970 zählte Birkenfeld 192 und 1987 127 Einwohner sowie 41 Wohnhäuser mit 43 Wohnungen. Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Hofheim aufgelöst und Birkenfeld kam zum Haßberg-Kreis. Am 1. Juli 1973 folgte die Eingliederung der Gemeinde nach Ermershausen und am 1. Januar 1978 die Eingemeindung nach Maroldsweisach.

Birkenfeld zählte bis 1973 zu den kleinsten Marktflecken Bayerns. Das Recht einen Markt abzuhalten bestand schon im 18. Jahrhundert. Seit 1929 wurde kein Markt mehr abgehalten. Auf eine neue Beantragung wurde verzichtet, womit die Bezeichnung als Markt in den folgenden Jahrzehnten erlosch.[

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